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Romantischer Glanz und Hymne an die Natur: Emilie Mayer und Beethoven auf dem Programm

Die fröhliche Stunde

Romantischer Glanz und Hymne an die Natur: Emilie Mayer und Beethoven auf dem Programm

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Grégory Massat

Das Orchester lädt Sie am 6. und 7. Oktober 2026 zu einer Heitere Stunde (Heure Joyeuse) ein, die die Natur und die deutsche Romantik feiert. Auf dem Programm: die Wiederentdeckung von Emilie Mayers spektakulärer Ouvertüre Nr. 3 und Ludwig van Beethovens berühmte Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“.

Emilie Mayers Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur – ein wiederzuentdeckendes Meisterwerk

Im ersten Konzertteil ehrt das Orchester Emilie Mayer (1812–1883), zu Lebzeiten als „weiblicher Beethoven“ bezeichnet und als eine der produktivsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts anerkannt.

Ausgebildet bei Carl Loewe in Stettin sowie bei Adolph Bernhard Marx und Wilhelm Wieprecht in Berlin, entwickelte sie einen Orchesterstil von großer dramatischer Kraft, der die Klarheit der wienerischen Klassik mit der Klangfarbe der deutschen Romantik verband. Ihre 1850 komponierte Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur nimmt in ihrem Werkverzeichnis einen herausragenden Platz ein. Das Werk wurde am 21. April 1850 im Königlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt, bei einem historischen Konzert unter der Leitung ihres Instrumentationslehrers Wilhelm Wieprecht. Diese sonntägliche Veranstaltung, vom preußischen Hof unterstützt, war ausschließlich den Kompositionen Mayers gewidmet – eine außergewöhnliche und beispiellose öffentliche Bühne für eine Komponistin zu dieser Zeit. Der berühmte Kritiker Ludwig Rellstab feierte in der Vossischen Zeitung ein „einzigartiges Ereignis in der Geschichte der Musik“. Das Werk beginnt mit einem feierlichen und majestätischen Adagio, bevor es von einem strahlend energetischen Allegro vivace mitgerissen wird. Für ein großes Sinfonieorchester geschrieben (mit Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, Hörnern, Trompeten, Posaunen, Pauken und Streichern) entfaltet diese Ouvertüre den heroischen Schwung und den harmonischen Reichtum der großen Romantik.

Beethovens Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“ – die Seele angesichts der wilden Natur

Es folgt eine der leuchtendsten Partituren Ludwig van Beethovens: seine Sinfonie Nr. 6 in F-Dur, op. 68, „Pastorale“. Zwischen 1805 und 1808 komponiert und am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien uraufgeführt, ist die Pastorale das beschwichtigte Gegenstück zur Fünften Sinfonie. Wo die Fünfte den Kampf des Menschen gegen das Schicksal schildert, drückt die Sechste seine kontemplative Entfaltung im Herzen der Natur aus. Tief verbunden mit den österreichischen Wäldern und Landschaften, in denen er sich jeden Sommer erholte, gab Beethoven seinem Werk selbst den Titel: „Sinfonie Pastorale, oder Erinnerung an das Landleben, mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“.

Das Werk durchbricht die sinfonische Tradition und entfaltet sich in fünf programmatischen Sätzen, deren letzte drei ohne Unterbrechung ineinander übergehen:

  • Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande (Allegro ma non troppo) – eine euphorische Stimmung, getragen von der beruhigenden Wiederholung melodischer Motive.
  • Szene am Bach (Andante molto mosso) – ein bukolisches Wellenspiel der Streicher, das in die poetische Nachahmung des Gesangs von drei Vögeln mündet: die Nachtigall in der Flöte, die Wachtel in der Oboe und der Kuckuck in der Klarinette.
  • Lustiges Zusammensein der Landleute (Allegro) – eine Festszene, inspiriert von österreichischen Volkstänzen und -rhythmen.
  • Gewitter. Sturm (Allegro) – ein packendes dramatisches Ereignis mit dem zum ersten Mal eingesetzten schreienden Piccolo, den Ausbrüchen der Posaunen und dem Donner der Pauken.
  • Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm (Allegretto) – eine Hymne der Dankbarkeit, eingeleitet durch einen pastoralen Ranz des vaches (Kuhreigen) in Horn und Klarinette.

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