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Von einem Wien zum anderen: eine musikalische Reise vom Klassizismus zur Zweiten Wiener Schule

Concert symphonique

Von einem Wien zum anderen: eine musikalische Reise vom Klassizismus zur Zweiten Wiener Schule

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D.R.

Am kommenden 29. Oktober lädt Sie das Orchester mit dem Konzert „Von einem Wien zum anderen“ zu einer faszinierenden Reise durch die Hauptstadt der Musik ein. Unter der Leitung von Claus Peter Flor stehen zwei herausragende Solisten im Mittelpunkt des Abends: der Cellist Aurélien Pascal und die Sopranistin Sarah Traubel.

Auf dem Programm dieses außergewöhnlichen Abends steht ein historischer und ästhetischer Bogen, der die Wiener Klarheit des 18. Jahrhunderts mit der leidenschaftlichen und ausdrucksstarken Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts verbindet.

Eine Reise durch zwei Jahrhunderte Wiener Glanz

Wien war schon immer die Bühne der größten musikalischen Metamorphosen. Das Programm „Von einem Wien zum anderen“ veranschaulicht diesen organischen Übergang von der Ausgewogenheit der Klassik über die Anfänge der Romantik bis hin zur ausdrucksstarken Emanzipation der Zweiten Wiener Schule.

Franz Schubert – Sinfonie Nr. 8 h-Moll „Unvollendete“, D 759
Im Herbst 1822 komponiert, markiert die berühmte „Unvollendete“ Sinfonie einen bedeutenden poetischen Wendepunkt in der Geschichte der Sinfonik. In einer persönlichen Krisenzeit entstanden, zeichnet sich das Werk durch eine ergreifende innere Lyrik aus. Seine beiden einzigen vollendeten Sätze – das Allegro moderato in h-Moll, eröffnet durch ein pianissimo-Motiv in den tiefen Registern, und das Andante con moto in E-Dur – bieten eine zugleich sinnliche und bewegende Meditation. Von Schubert den Brüdern Hüttenbrenner übergeben, wurde die Partitur erst 1865 unter der Leitung von Johann von Herbeck in Wien uraufgeführt und etablierte sich augenblicklich als eines der Meisterwerke der Romantik.

Joseph Haydn – Violoncellokonzert Nr. 1 C-Dur, Hob. VIIb:1
In den 1760er Jahren für Joseph Weigl, den Cellisten der Kapelle des Fürsten Esterházy, komponiert, galt die Partitur dieses Konzerts fast zwei Jahrhunderte lang als verschollen, bevor sie 1961 in Prag wiederentdeckt wurde. Das Werk verbindet die Anmut des galanten Stils mit der aufkommenden Strenge der Sonatenform und entfaltet sich in drei Sätzen: einem einleitenden Moderato im Geist einer Serenade, einem zentralen Adagio voll edler lyrischer Spannung und einem funkelsprühenden Allegro molto im Finale, dessen virtuoser Schwung den Charakter eines Perpetuum mobile annimmt. Der junge Virtuose Aurélien Pascal wird diesem Meisterwerk voll Klarheit und Spontaneität seinen Bogen leihen.

Alban Berg – Lulu-Suite (Symphonische Stücke aus der Oper „Lulu“)
Drei Jahrzehnte nach der Romantik führt Alban Berg, eine führende Gestalt der Zweiten Wiener Schule, die Tonalität an ihre Grenzen, während er gleichzeitig eine einzigartige lyrische und leidenschaftliche Inbrunst bewahrt. Berg stellte diese Suite 1934 zusammen, als der politische Kontext die Uraufführung seiner Oper Lulu bedrohte, und wählte fünf sinfonische Sätze von unerhörter orchestraler Reichhaltigkeit aus. Begleitet von der Sopranistin Sarah Traubel gipfelt das Werk nach dem berühmten Lied der Lulu im tragischen finalen Adagio, das auf dem Wort Ewigkeit verharrt.

Eine hochkarätige Besetzung

Um das Orchester durch diese facettenreiche Wiener Klanglandschaft zu führen, bringt der deutsche Dirigent Claus Peter Flor seine ganze Präzision und dramatische Sensibilität ein. An seiner Seite stehen der Cellist Aurélien Pascal, bekannt für seinen lyrischen Ton und seine Wendigkeit, sowie die Sopranistin Sarah Traubel, deren vokale Intensität den verzaubernden und tragischen Gestalten von Bergs Lulu-Suite Leben einhauchen wird.

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